käsekuchen mit joghurt ohne boden
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Cremiger Käsekuchen mit Joghurt ohne Boden

8 Min. Lesezeit

Es gibt Sonntage, an denen ich keine Lust auf Mürbeteig habe, aber trotzdem einen Kuchen auf dem Tisch haben möchte, der nach mehr aussieht als nach schnell. Genau dann backe ich diesen Käsekuchen mit Joghurt ohne Boden: Quark und griechischer Joghurt, ein paar Eier, ein Päckchen Puddingpulver — und eine Konsistenz, die irgendwo zwischen klassischem Käsekuchen und Cheesecake liegt. Cremig, leicht säuerlich, ohne Grieß und ohne Boden, der durchweichen könnte.

Käsekuchen mit Joghurt ohne Boden: Warum Joghurt die Creme verändert

Der klassische deutsche Käsekuchen lebt vom Quark. Quark ist eiweißreich, relativ fest und bringt eine angenehme Säure mit. Ersetzt du einen Teil davon durch Joghurt, verändert sich die Krume spürbar: Sie wird weicher, gleichmäßiger und weniger trocken. Der Grund liegt vor allem im Wasser- und Fettgehalt. Joghurt bringt mehr Flüssigkeit in die Masse, griechischer Joghurt zusätzlich mehr Fett — und Fett macht die Textur samtig, weil es die Eiweißstruktur beim Stocken weniger dicht werden lässt.

Beide Zutaten sind gesäuerte Milchprodukte, ihre Säure ist also ähnlich. Die Säure sorgt dafür, dass das Milcheiweiß beim Backen sanft gerinnt und eine zarte, schnittfeste Creme bildet, statt gummiartig zu werden. Der Unterschied zwischen einem Quark- und einem Joghurtkuchen entsteht deshalb weniger durch den Säuregrad als durch das Verhältnis von Eiweiß, Wasser und Fett.

Ohne Boden kommt noch ein Vorteil hinzu: Es gibt keinen Teig, der vorbereitet, gekühlt und ausgerollt werden muss. Die Masse ist in etwa einer Viertelstunde angerührt. Wer die etwas festere, klassischere Variante bevorzugt, findet sie in meinem Käsekuchen ohne Boden mit 500 g Quark. Diese Version hier ist die cremigere Schwester.

Die richtigen Zutaten: Welcher Quark und welcher Joghurt eignen sich?

Bei einem Kuchen mit so wenigen Zutaten entscheidet jede einzelne über das Ergebnis. Deshalb lohnt sich ein genauer Blick ins Kühlregal.

Quark: lieber mit etwas Fett

Magerquark funktioniert, macht den Kuchen aber etwas trockener und fester. Ich nehme am liebsten Quark mit 20 Prozent Fett in der Trockenmasse. Er ist cremiger und bindet besser mit dem Joghurt. Mit 40-prozentigem Sahnequark wird der Kuchen noch reichhaltiger, fast schon wie ein New York Cheesecake. Wichtig: Gieß die Flüssigkeit, die sich auf dem Quark absetzt, nicht weg, sondern rühr sie unter — sie gehört zur Masse.

Joghurt: griechisch oder abgetropft

Griechischer Joghurt mit rund 10 Prozent Fett ist für diesen Kuchen die beste Wahl. Er ist fest, cremig und bringt wenig überschüssige Flüssigkeit mit. Naturjoghurt mit 3,5 Prozent Fett geht auch, ist aber deutlich flüssiger. Dann lässt du ihn am besten einige Stunden in einem mit einem sauberen Küchentuch ausgelegten Sieb abtropfen, sonst wird die Masse zu weich und der Kuchen schnittet sich schlecht.

Bindung: Puddingpulver oder Stärke

Puddingpulver besteht im Wesentlichen aus Stärke, dazu kommen Aroma und Farbe. Es bindet die Flüssigkeit aus Quark und Joghurt und gibt dem Kuchen eine leicht gelbliche Farbe und Vanillenote. Du kannst es durch die gleiche Menge Speisestärke ersetzen; dann gibst du etwas mehr Vanille dazu. Warum Maisstärke und Speisestärke nicht immer dasselbe sind, erkläre ich in Ist Maisstärke dasselbe wie Speisestärke?.

Das Rezept: Zutaten für eine 24-cm-Springform

ZutatMenge
Quark (20 % Fett i. Tr.)500 g
Griechischer Joghurt (10 % Fett)400 g
Eier (Größe M), zimmerwarm4 Stück
Zucker120 g
Vanillepuddingpulver1 Päckchen (37 g)
Weiche Butter60 g
Bio-Zitrone (Abrieb und 2 EL Saft)1 Stück
Salz1 Prise
Butter und etwas Puddingpulver für die Form—

Gerade bei Käsekuchen lohnt sich das genaue Abwiegen, weil schon kleine Abweichungen beim Verhältnis von Flüssigkeit und Stärke die Konsistenz verändern. Welche Waage dabei hilft, habe ich in Die beste Küchenwaage für präzises Backen zusammengetragen.

Schritt für Schritt: So gelingt der Käsekuchen ohne Boden

  1. Vorbereiten: Heize den Backofen auf 160 °C Ober-/Unterhitze vor. Fette die Springform ein und streu den Boden dünn mit etwas Puddingpulver aus. Nimm Quark, Joghurt und Eier rechtzeitig aus dem Kühlschrank, damit sie zimmerwarm sind.
  2. Eier trennen: Trenne die Eier. Schlag das Eiweiß mit der Prise Salz steif, aber nicht trocken — es sollte noch glänzen und weiche Spitzen bilden.
  3. Butter und Zucker: Rühr die weiche Butter mit dem Zucker cremig. Gib nacheinander die Eigelbe dazu und rühr jedes kurz unter.
  4. Quarkmasse: Füge Quark, Joghurt, Puddingpulver, Zitronenabrieb und -saft hinzu. Rühr auf niedriger Stufe, nur bis eine glatte Masse entsteht. Zu langes, schnelles Rühren schlägt unnötig Luft ein.
  5. Eischnee unterheben: Heb den Eischnee mit einem Teigschaber in zwei Portionen vorsichtig unter. Ein paar weiße Schlieren dürfen bleiben.
  6. Backen: Füll die Masse in die Form, streich sie glatt und back den Kuchen auf der mittleren Schiene etwa 60 bis 70 Minuten. Er ist fertig, wenn die Oberfläche leicht gebräunt ist und die Mitte beim sanften Rütteln nur noch leicht wackelt.
  7. Abkühlen: Schalte den Ofen aus, öffne die Tür einen Spalt und lass den Kuchen darin etwa 30 Minuten ruhen. Danach löst du den Rand mit einem dünnen Messer von der Form und lässt ihn vollständig abkühlen, am besten anschließend noch einige Stunden im Kühlschrank.

Risse vermeiden: Was beim Backen wirklich hilft

Risse sind das häufigste Ärgernis bei einer Quarktorte ohne Boden. Sie entstehen fast immer aus demselben Grund: Die Masse dehnt sich im Ofen aus und zieht sich beim Abkühlen wieder zusammen. Geschieht das zu schnell oder zu stark, reißt die Oberfläche.

Die wichtigste Stellschraube ist die Temperatur. Bei 160 °C stockt die Masse langsam und gleichmäßig. Höhere Temperaturen lassen den Rand fest werden, während die Mitte noch aufgeht — beim Abkühlen sinkt sie dann ab und reißt. Ebenso entscheidend ist das Rühren: Je mehr Luft in der Masse steckt, desto stärker geht der Kuchen auf und desto stärker fällt er wieder zusammen. Deshalb rühre ich die Quarkmasse nur kurz und hebe den Eischnee behutsam unter.

Ein Käsekuchen, der im Ofen hoch aufgeht, fällt danach auch tief.

Der dritte Punkt ist das Abkühlen. Ein Kuchen, der direkt aus dem heißen Ofen in die kühle Küche kommt, zieht sich schlagartig zusammen. Lässt du ihn bei leicht geöffneter Tür im Ofen ruhen, gleicht sich die Temperatur langsam an. Ebenso hilfreich ist es, den Rand nach dem Backen mit einem Messer von der Form zu lösen: Der Kuchen kann dann gleichmäßig schrumpfen, ohne am Rand festzuhängen und in der Mitte aufzureißen.

Auch die Form spielt eine Rolle. Eine gut schließende Springform mit glattem Rand gibt die Wärme gleichmäßig weiter und lässt die Masse nicht auslaufen. Worauf es dabei ankommt, habe ich in Springform kaufen: worauf es bei Größe, Material und Dichtung ankommt beschrieben. Und wenn doch ein Riss entsteht: Ein paar frische Beeren oder etwas Puderzucker darauf, und niemand fragt mehr danach.

Variationen für deine Joghurt-Quark-Torte

Das Grundrezept lässt sich gut abwandeln. Für eine fruchtige Version gibst du vor dem Backen eine Handvoll Heidelbeeren oder Himbeeren auf die Masse; sie sinken leicht ein und bilden kleine, saftige Inseln. Gefrorene Beeren funktionieren auch, sollten aber unaufgetaut verwendet werden, damit sie die Masse nicht verfärben. Mandarinen aus der Dose, gut abgetropft, sind der Klassiker aus Omas Küche.

Statt Zitrone kannst du Orangenabrieb verwenden, das macht den Kuchen runder und weniger spritzig. Wer es weniger süß mag, reduziert den Zucker auf 90 Gramm — der Joghurt gleicht das mit seiner Säure gut aus. Den Zucker durch Süßungsmittel zu ersetzen, ist möglich, verändert aber Bräunung und Struktur, weil Zucker beim Backen mehr leistet als nur zu süßen.

Wenn du die festere, etwas kompaktere Konsistenz magst, die viele mit Großmutters Käsekuchen verbinden, wirf einen Blick auf Omas Käsekuchen ohne Boden mit Puddingpulver und Grieß. Der Grieß bindet dort zusätzlich Flüssigkeit und sorgt für einen fühlbar körnigeren Biss.

Fazit: Cremig, schlicht und verlässlich

Dieser Käsekuchen mit Joghurt ohne Boden braucht keine besonderen Kenntnisse, aber ein wenig Aufmerksamkeit: zimmerwarme Zutaten, sanftes Rühren, eine moderate Temperatur und Geduld beim Abkühlen. Belohnt wirst du mit einer Creme, die weicher und feiner ist als beim reinen Quarkkuchen, und mit einem Kuchen, der am zweiten Tag aus dem Kühlschrank oft noch besser schmeckt als am ersten.

Häufige Fragen (FAQ)

Häufige Fragen

Kann man Käsekuchen mit Joghurt statt Quark backen?
Ja, teilweise. Ersetzt du einen Teil des Quarks durch griechischen Joghurt, wird der Kuchen cremiger und weicher. Ganz ohne Quark fehlt jedoch Eiweiß für die Stabilität; dann brauchst du mehr Stärke oder ein zusätzliches Ei, und der Kuchen wird deutlich weicher.
Welcher Quark eignet sich am besten zum Backen?
Für Käsekuchen eignet sich Quark mit 20 Prozent Fett in der Trockenmasse besonders gut, weil er cremiger ist als Magerquark und sich gut mit anderen Zutaten verbindet. Magerquark ergibt eine festere, trockenere Krume, Sahnequark mit 40 Prozent eine sehr reichhaltige.
Wie vermeidet man Risse im Käsekuchen ohne Boden?
Back bei moderater Temperatur, etwa 160 °C Ober-/Unterhitze, rühr die Masse nur kurz und heb den Eischnee behutsam unter. Lass den Kuchen nach dem Backen bei leicht geöffneter Ofentür abkühlen und löse den Rand mit einem Messer von der Form.
Kann man griechischen Joghurt für Käsekuchen verwenden?
Ja, griechischer Joghurt mit etwa 10 Prozent Fett ist dafür sogar besonders geeignet. Er ist fest, bringt wenig überschüssige Flüssigkeit mit und macht die Creme samtig. Normaler Naturjoghurt sollte vorher einige Stunden abtropfen.
Ist Käsekuchen ohne Boden glutenfrei?
Ohne Mehl und Grieß enthält das Rezept keine glutenhaltigen Hauptzutaten. Puddingpulver und Speisestärke bestehen meist aus Mais- oder Kartoffelstärke. Wer auf Gluten verzichten muss, sollte die Zutatenlisten trotzdem prüfen, da Spuren durch die Herstellung möglich sind.
Warum fällt mein Käsekuchen nach dem Backen zusammen?
Ein leichtes Absinken ist normal, weil die Luft aus Eischnee und Masse beim Abkühlen entweicht. Stark fällt er zusammen, wenn zu viel Luft eingerührt wurde, die Temperatur zu hoch war oder der Kuchen zu schnell abgekühlt ist.

Häufige Fragen

Kann man Käsekuchen mit Joghurt statt Quark backen?
Ja, teilweise. Ersetzt du einen Teil des Quarks durch griechischen Joghurt, wird der Kuchen cremiger und weicher. Ganz ohne Quark fehlt jedoch Eiweiß für die Stabilität; dann brauchst du mehr Stärke oder ein zusätzliches Ei, und der Kuchen wird deutlich weicher.
Welcher Quark eignet sich am besten zum Backen?
Für Käsekuchen eignet sich Quark mit 20 Prozent Fett in der Trockenmasse besonders gut, weil er cremiger ist als Magerquark und sich gut mit anderen Zutaten verbindet. Magerquark ergibt eine festere, trockenere Krume, Sahnequark mit 40 Prozent eine sehr reichhaltige.
Wie vermeidet man Risse im Käsekuchen ohne Boden?
Back bei moderater Temperatur, etwa 160 °C Ober-/Unterhitze, rühr die Masse nur kurz und heb den Eischnee behutsam unter. Lass den Kuchen nach dem Backen bei leicht geöffneter Ofentür abkühlen und löse den Rand mit einem Messer von der Form.
Kann man griechischen Joghurt für Käsekuchen verwenden?
Ja, griechischer Joghurt mit etwa 10 Prozent Fett ist dafür sogar besonders geeignet. Er ist fest, bringt wenig überschüssige Flüssigkeit mit und macht die Creme samtig. Normaler Naturjoghurt sollte vorher einige Stunden abtropfen.
Ist Käsekuchen ohne Boden glutenfrei?
Ohne Mehl und Grieß enthält das Rezept keine glutenhaltigen Hauptzutaten. Puddingpulver und Speisestärke bestehen meist aus Mais- oder Kartoffelstärke. Wer auf Gluten verzichten muss, sollte die Zutatenlisten trotzdem prüfen, da Spuren durch die Herstellung möglich sind.
Warum fällt mein Käsekuchen nach dem Backen zusammen?
Ein leichtes Absinken ist normal, weil die Luft aus Eischnee und Masse beim Abkühlen entweicht. Stark fällt er zusammen, wenn zu viel Luft eingerührt wurde, die Temperatur zu hoch war oder der Kuchen zu schnell abgekühlt ist.